E32 - 7er ab 1986M30 Motor Ölpumpe bei eingebautem Motor wechseln

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shogun
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M30 Motor Ölpumpe bei eingebautem Motor wechseln

Beitrag von shogun »

Weil meine Öllampe im E32 730 M30 ab und an im Leerlauf leuchtete und die Meldung "Öldruck Motor" im Check Control kam, ich bereits das Ölfiltergehäuse geprüft hatte und den Öldruckschalter gegen einen Neuen getauscht hatte, was alles keine Abhilfe brachte, habe ich die Ölpumpe getauscht. Dazu wollte ich den Motor natürlich ungern ausbauen und habe es im eingebauten Zustand gemacht. Hier mein Bericht für den, der es noch vor sich hat. Mein Fehler war danach übrigens weg.
Hier also die Anleitung:
Benötigt werden: Werkzeug, Hebebühne oder Auffahrrampen, Getriebe- oder Motorheber. Auf Auffahrrampen geht es auch mit einem Wagenheber, dann aber eine richtiger hydraulischer Stabilen Holzklotz (so 10x10x10cm) und Keile wie sie zum Einbau von Türen verwendet werden (Gibt es in jedem Baumarkt für ein paar Cent)
13er, 17er, 19er Maulschlüssel
Große Ratsche mit mindestens großer und kleiner Verlängerung und Gelenk.
17er Nuss (Motorlager), 10er Innentorx (Getriebeschrauben)
Kleine Ratsche mit Verlängerungen und Gelenk mit 10er Nuss. (Ölwannenschrauben)
Klingenschaber (Zum Reinigen der Dichtfläche)
Pressluftpistole (Zum Ausblasen der Ölwannendichtungsreste)
Kreuzschlitzschraubendreher
und Werkzeug um Ventildeckel und Zündkerzen auszubauen.

Material:
Ölwannendichtung
Öl
Ölfilter
Ölpumpe neu oder gebraucht
ca. 6 kleine Kabelbinder
sinnvollerweise gleich neue Zündkerzen und Luftfilter

Und so geht es: (Ich beschreibe es mit Hebebühne, auf Auffahrrampen habe ich es auch schon gemacht, aber das ich deutlich ungemütlicher. Erst mal die Arbeiten von oben:
Ausgleichsbehälter losschrauben. Da der Motor nachher mit Hilfe des Getriebehebers angehoben wird, brauchen wird mehr Platz nach oben. Es reicht die zwei 10er Kunstoffmuttern am Ausgleichsbehälter zu lösen.
Ventildeckel runter schrauben (Warum kommt später)
Zündkerzen rausschrauben (erleichtert das später notwendige Durchdrehen des Motors)
Öl Ablassen
Ölstandsgeber ausbauen http://de.bmwfans.info/parts-catalog/E3 ... _indicator
Ölmessstab ziehen. Der nervt nachher so enorm in der Ölwanne.
Rechtes Motorlager (In Fahrtrichtung) von oben mit Verlängerung und 17er Nuss losschrauben.
Danach Auto auf die Hebebühne, es geht von unten weiter.
Motorlager von unten losschrauben. Mit Getriebeheber Motor anheben und Motorlager entnehmen. Dann Holz und Keile da rein, wo normalerweise das Motorlager sitzt.
Wichtig: Unbedingt so machen, da man viel zwischen Ölwanne und Motor hantiert. Wenn der Getriebeheber abrutscht, fällt einem der Motor mit vollem Gewicht auf die Finger. Und das tut nicht nur Aua. Danach ist die Schrauberkarriere längerfristig, wenn nicht für immer beendet.
Man kann den Getriebeheber dann wegnehmen und unter das Getriebe setzen um dem Motor da auch noch ein wenig nach oben zu drücken.
Halter der Servopumpe abschrauben
Ölwanne abschrauben. Dazu erst die 4 Getriebeschrauben, die in der Ölwanne befestigt sind entfernen. Danach rundherum alle Schrauben entfernen. Am besten an allen vier Ecken jeweils eine Schraube lassen, damit die Ölwanne nicht auf Spannung gerät. Zum Schluss Ölwanne stützen (Helfer) und die letzten Schrauben entfernen. Es kann sein, dass die Ölwanne in der Dichtung klebt. Einfach mit einem Kuhfuß (Brecheisen) etwas hebeln. Auf keinen Fall mit dem Hammer schlagen. Die Ölwanne ist aus Spritzguß, der bricht gerne. Ist die Ölwanne ab, nach unten auf den Achsträger legen und etwas nach vorne ziehen. Das geht nur ca. 1-2 cm, da die Ölpumpe eine entfernen der Ölwanne verhindert.
Ölpumpe entfernen. Dazu die drei Ölpumpenschrauben (M13) die Schraube des Ölpumpenkettenrades (M17) abschrauben.
Das Ölpumpenkettenrad bekommt man am besten ab, indem man einen 17er Maulschlüssel ansetzt und mit einem Kreuzschlitzschraubendreher in eines der Löcher des Ölpumpenkettenrades sticht und eine Position sucht, wo man es blockieren kann. Alternativ mit dem Hammer kurz und fest auf den Schlüssel hauen. Der Impuls löst die Schraube. Dabei natürlich aufpassen, dass man nicht in die Dichtfläche der Ölwanne schlägt.
Die hintere Schraube der Ölpumpe erreicht man durch die Öffnung des Ölstandssensors mit Verlängerung und evtl. Gelenk, die anderen 2 Schrauben mit einen 13er Maulschlüssel. Danach das Kettenrad von der Welle schieben und aus der Kette aushängen. Ölpumpe zwischen Ölwanne und Motor heraus fädeln.
Danach kann die Ölwanne entnommen werden, um die Dichtfläche zu reinigen oder weitere Arbeiten wie Pleuellagertausch zu machen. Es kann sein, dass man die Ölwanne nicht raus bekommt, weil ein Pleuel ungünstig im Weg steht. Dazu den Motor an der Schwungscheibe mit passender Nuss weiter drehen. Alternativ kann man mit einem Kuhfuß (Brecheisen) an der Verzahnung der Schwungscheibe drehen. Dabei natürlich extrem vorsichtig, am Besten mit einem Lappen als Schutz vorgehen, weil die Verzahnung für den Kurbelwellensensor extrem wichtig ist. Die Dichtfläche kann man gut mit einem Klingenschaber reinigen. Natürlich extrem darauf achten, die Dichtfläche nicht zu beschädigen.
Danach am Besten mit Pressluft ausblasen, damit man nicht lauter Dichtungsbruchstücke im Motor hat. Alternativ mit viel Sprit auswaschen.
Zusammenbau einfach rückwärts.

Dazu ein paar Tips:
Die im Zubehör angebotenen Korkdichtungen sind spitze aber sollten feucht eingesetzt werden. Also gereinigte Dichtfläche der Ölwanne dick mit Motoröl einreiben. Dann Dichtung auflegen und die Dichtung von oben auch mit Motoröl tränken.
Um beim hantieren mit der Ölwanne und Ölpumpe, die Dichtung nicht zu verrutschen und zu beschädigen, einfach an ca. 6 Schraubenlöcher mit Kabelbindern fixieren. ACHTUNG: Natürlich die Kabelbinder nicht anknallen sondern gut locker lassen. Sie dienen nur dazu, dass die Dichtung bleibt wo sie sein soll. WICHTIG: Sich merken mit wie vielen Kabelbindern man die Dichtung fixiert hat.

Ölwanne wieder einfädeln und danach Pumpe einbauen. Erst die Pumpe an Ihren Platz bringen, die 3 Schrauben eindrehen und maximal 2-3mm Spiel lassen. Danach das Pumpenrad in die Ölpumpenkette einlegen und auf die Ölpumpenachse fädeln. Das ist etwas schwierig, weil der Kettenspanner der Ölpumpenkette natürlich dagegen zieht. Evtl. mit einem Kreuzschlitzschraubendreher in eines der Löscher des Ölpumpenrades und ein wenig hebeln. Natürlich nicht mit Gewalt, sondern sensibel. ACHTUNG: Das Rad geht relativ leicht auf die Achse aber schwer in die Zahnung.
Evtl. von vorne auf das Rad drücken und dabei den Motor an der Kurbelwelle durchdrehen. Dann klappt das recht gut. Das Rad rutscht dann recht schnell auf die Zahnung. Erst dann die Mutter drauf und festschrauben.
Um das Rad fest genug an zu ziehen mit einem Kreuzschlitzschraubendreher durch eines der Ölpumpenradschraubenlöcher stechen und eine Stelle finden, wo man das Ölpumpenrad arretieren kann. Dann anziehen.
Alternativ mit Impulskraft arbeiten. Also mit einem Hammer den Schraubenschlüssel schnell schlagen. Das setzt aber auch sehr sensibles Agieren voraus, um keine Dichtfläche zu beschädigen.
Dann alle Kabelbinder entfernen und durch zählen. Ein vergessener Kabelbinder und beim ersten Anziehen ist die Ölwannendichtung Schrott.

Die Ölwanne in Position bringen und erst mal mit ein paar an bequemen Stelle erreichbaren Schrauben rundherum befestigen, um die Ölwanne erst mal in Position zu haben. Die Schrauben nicht anziehen sondern gut 2-3 mm offen lassen. Man muss dann in die Schraubenlöcher schauen, um mit einem kleinen spitzen Schraubendreher oder ähnlichem die Dichtung so auszurichten, dass die Löcher und die Dichtung genau deckungsgleich sind.
Dann rundherum alle Schrauben einsetzen und auch 2-3 mm lose lassen. Wenn die meisten Schrauben sitzen und die Dichtung schon Loch für Loch perfekt sitzt, kann man die Schrauben dann auch schon handfest ziehen.
Dann alle Schrauben rundherum handfest ziehen, danach Stück für Stück auf das passende Drehmoment bringen. Mit der kleinen Ratsche kann man die Schrauben auch ohne Drehmomentschlüssel gut anziehen. Fest aus dem Handgelenk anziehen. Dann passt das Drehmoment. Ansonsten 5-7 NM. Am Besten zweimal mit Enddrehmoment rund gehen und anziehen.
Der Rest wie gesagt wie der Ausbau, nur anders herum.
Öl einfüllen um danach die Ölversorgung zu testen.
Beim Öl einfüllen schön regelmäßig über den Ventiltrieb kippen, damit der gut vorgeschmiert ist. Dann einen Helfer den Motor ohne Ventildeckel und ohne Zündkerzen, aber mit Öl, mit dem Starter drehen lassen. Es dauert eine Weile bis Öl kommt, weil erst das Filtergehäuse und die Ölkanäle wieder voll laufen müssen. Beobachten, ob es aus allen Öffnungen des Ölrohrs auf die Nocken tropft. Da kommen mit dem Starter keine Mengen aber es muss deutlich tropfen. Bei dieser Gelegenheit Schrauben des Ölrohrs auf festen Sitz prüfen und Einbaurichtung des Ölrohrs prüfen. (Pfeil zeigt nach vorne).
Dann Endmontage und Motor laufen lassen. Dabei darauf achten, dass die Öllampe nach 1-2 Sekunden erlicht.
Öldeckel abnehmen und in den Ventiltrieb schauen ob satt Öl spritzt. Man sieht nur den letzten Zylinder, da wir aber vorher ja geschaut haben ob überall Öl kommt kann man davon ausgehen, dass es passt. So, ich hoffe diese Anleitung hilft.
geschrieben von nonickatall

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